Montag, 21. August 2017

Montag, 7. August 2017

Samstag, 5. August 2017

Notiz zur Zeit (156)

Warum unterschreibt eigentlich nicht die Italienischen Republik einen „Verhaltenskodex“, den ihr die mit Seenotrettung befassten NGOs vorgeben? Fänd ich irgendwie besser.

Notiz zur Zeit (155)

FDP, Scooter und Die Linke. Das nenn ich mal ne Volksfront.
 
* * *

Das mit dem „Einkapseln“ (FDP-Chef Lindners Vorschlag zum Umgang mit der russländischen Annexion der Krim) ist zukunftsweisend. Zum Beispiel in der Personalentwicklung. „Tja, Herr Meyer, ich sehe in Ihren Unterlagen, Sie haben ein Dutzend Kinder mit dem Beil erschlagen. Was soll’s, das kapseln wir ein. Wir würden uns freuen, wenn Sie nächste Woche bei uns als Kindergärtner anfangen könnten.“
 
* * *

Deutsche Unternehmen finanzieren die FDP. Deutsche Unternehmen machen gern Geschäfte mit Russland und stören sich darum an den Sanktiönchen. FDP-Chef Lindner möchte gern die Beziehungen zu Russland „normalisieren“ und Russlands Krieg gegen die Ukraine unter den Tisch fallen lassen. Wozu sich darüber aufregen? Es ist doch alles ganz erwartungsgemäß. Aufregen kann mich höchstens, dass Lindner der nächste Außenminister wird, weil irgendwelche Schwachsinnigen schon wieder die FDP gewählt haben.

Freitag, 4. August 2017

Notiz zur Zeit (154)

Im Skandal um schadstoffbelastetete Hühnereier aus den Niederlanden gibt der Landwirt-schaftsminister Entwarnung: Auch Eier aus deutscher Produktion sind belastet.
Das wird man ja wohl noch sagen dürfen: Es gibt viel zu wenig Sprechverbote.

Notiz zur Zeit (153)

Ich kenne keinen Satz von X., der nicht dümmliches, aufgeblasenes Geschwätz gewesen wäre. Kein Wunder, dass er immer noch zu den beliebtesten Philosophen zählt.*

* Nein, dies ist keine Fußnote zu Platon.

Dienstag, 1. August 2017

Liste Beleidigte Leberwurst

Gestalten wie Peter Pilz finde ich einfach nur widerlich. Hätten seine Grünen Parteifreunde ihn wieder als Kandidtaen auf einem vorderen Listenplatz aufgestellt, würde er heute mit Verve Wahlkampf für die Grünen machen und es gäbe keine bessere Partei. Weil man aber verständlicherweise nach über drei Jahrzehnten endlich das Naserl voll von ihm hatte und ihn nicht wieder aufstellte, gründete die beleidigte Leberwurst Pilz eine eigene Liste, und plötzlich hat das grüne Urgestein allerhand an seiner bisherigen Partei zu kritisieren. Und entdeckt ganz zufällig Antiislamismus und damit Rassismus als populäre politische Themen. Als ob Österreichs Politlandschaft nicht eh schon vollgestellt wäre mit Gartenzwergen mit Superego, fahren die Leute natürlich auf das Spektakel ab. Kann gut sein, dass das die Grünen bei der Wahl einige Prozentpunkte kostet und damit Blauschwarz erst recht den Weg ebnet. Danke, Herr Pilz.

Donnerstag, 27. Juli 2017

Von der Flüchtlingskrise lernen

He, ich hab die Lösung für das Problem der Gentrifizierung! Die Menschen, die auf Grund zu hoher Mieten und zu geringen Einkommens ohnehin keine Chance haben, in guter Gegend zu wohnen, werden in „hotspots“ weit außerhalb der Städte von militärisch unterstützten Immobilienmaklern darüber aufgeklärt, dass es besser für sie ist, wenn sie und ihre Familien gar nicht erst versuchen, der Obdachlosigkeit zu entgehen.

Glosse LIV

„Stress ist die Geisel unserer Zeit.“ (FAZ) Aber wozu nimmt die Zeit den Stress als Geisel? Will sie damit das Esszett freipressen?

Sonntag, 23. Juli 2017

Notiz zur Zeit (152)

Wenn bei Trump das Begnadigen so gut klappt wie die der Muslim Ban, die Abschaffung und Ersetzung von Obmacare oder Finanzierung und Bau der Mauer gegen Mexiko, dann sollten sich die zukünftigen Betroffenen schon mal was Hübsches in Orange herauslegen.

Glosse LIII

Fackeltanz am Residenzplatz. Wäre es nicht, statt sich an Hauswänden entlangzudrücken, einfacher gewesen (und pyrotechnisch verantwortungsvoller), man hätte auf dem Platz getanzt?

Samstag, 22. Juli 2017

Notiz zur Zeit (151)

Doppelte Verrücktheit: 1. Die Leute sind ganz aus dem Häuschen, wenn sie Mitglieder des großbritischen „Königshauses“ begaffen können. 2. Befragt, was ihnen an denen gefällt, antworten sie, dass sie „so natürlich“, „so normal“, „so gar nicht abgehoben“, „so bürgernah“ seien. — Teuren Wein bestellen und sich freuen, wenn er wie Leitungswasser schmeckt.

Freitag, 21. Juli 2017

Notiz zur Zeit (150)

Scheint ein ehernes Gesetz der Geschichte zu sein: Die es aus ästhetischen Gründen am wenigsten sollten, entblößen sich in der Sommerhitze am meisten.

Donnerstag, 20. Juli 2017

Die „Helden vom 20. Juli 1944“?

Jenes Gesindel, das Hitlers Machtergreifung bejubelte und später Hitlers Krieg führte, dann aber, als der grandios verloren zu gehen drohte, den Karriereknick mit eigener Machtergreifung kompensieren wollte, als „Helden“ zu bezeichnen, ist lächerlich.

Was sich verändert hat

In meiner Jugend durfte man annehmen, dass der Irrsinn in der Welt darauf zurückgeht, dass Bösewichter regieren. Heute denke ich eher, dass das Böse in der Welt dazu führt, dass Verrückte regieren. Geherrscht wird von oben, aber die Macht kommt von unten. Die Leute sind auch Verführte, gewiss, aber es gibt eben auch diese Lust an der eigenen Mickrigkeit, die gern in Hass auf alles umschlägt, was die unbegründete Selbstzufriedenheit in Frage stellt oder stellen könnte. Das ist eine gute Grundlage für die Diktatur der Witzfiguren.

Mittwoch, 19. Juli 2017

Notiz zur Zeit (149)

Von 2010 auf 2016 steigerte sich der Anteil der Heterosexuellen unter denen, die den Berliner CSD besuchten, von 28 auf 42 Prozent. Bleibt es bei dieser Steigerungsrate, sind es noch vor 2030 100 Prozent. Ich halte das für eine gute Nachricht.

Notiz zur Zeit (148)

Der Tag, an dem zwischen „Missbrauchsvorwurf“ und „Missbrauchsfall“ unterschieden würde, ginge als Wendepunkt in die Geschichte ein.

Dienstag, 18. Juli 2017

Notiz zur Zeit (147)

Das Gute an Erscheinungen wie Kurz und Sobotka (sofern man da überhaupt von Gutem sprechen kann) ist ja, dass man ihnen ihre Dummheit und Niedertracht auf den ersten Blick ansieht. Da gibt’s kein Vertun.

Montag, 17. Juli 2017

Notiz zur Zeit (146)

Wozu die Leute Zombiefilme brauchen, werde ich nie verstehen. Ich finde, die gewöhnlichen Fernsehnachrichten sind Horror genug.

Samstag, 15. Juli 2017

Notiz zur Zeit (145)

Fußfesseln für Gewalttäter? Aber würde das die Polizisten im Dienst nicht behindern?

Notiz zur Zeit (144)

Ein Konzert in der Elbphilharmonie mit Musik von Johann Sebastian Bach für beim G20-Gipfel im Einsatz gewesene Polizisten und ihre Angehörigen. Gute Sache. Nur das nächste Mal bitte vor dem Einsatz. (Bach läutert.) Oder, noch besser, stattdessen.

Freitag, 14. Juli 2017

Notiz zur Zeit (143)

Immerhin hat Bundeskanzlerin Merkel jetzt durchgesetzt, dass die Pandas, die Chinas Regierung an den Berliner Zoo verliehen hat, ab sofort Liu und Xiaobo heißen.

Donnerstag, 13. Juli 2017

Notiz zur Zeit (142)

Talkshow-Skandale. Früher gab’s Kinski. Heute gibt’s Bosbach. Früher war besser …
Ich bewundere immer wieder die Fähigkeit akademischer Akrobaten, sich selbst ins Hirn zu scheißen.

Notiz zur Zeit (141)

H.C. Strache hat das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen bekommen? Es muss ein Drecksland sein, das einen Dreckskerl ehrt.

Dienstag, 11. Juli 2017

Notiz zur Zeit (140)

„Schanze schlimmer als Auschwitz.“Na gut, das haben sie sich bis jetzt noch nicht zu schreiben getraut. (Aber ich.)

Nachtrag zum Fragment über die „marodierenden Banden“

Die Wut der Politiker und ihres journalistischen Trosses gegen die „marodierenden Banden“ erklärt sich mir aus dem Neid auf den Lustgewinn bei der karnevalistischen Sachbeschädigung. Neonazis, die Flüchtlingsunterkünfte anzünden, sind einfach nur jämmerlich, mit denen mag man sich nicht identifizieren (auch wenn ihre Taten nur Effekte der eigenen Politik der rassistischen Abschottung sind). Randalierende Jugendliche hingegen, die sich nicht Schwächere, sondern die verkörperte Staatsmacht zum Gegner wählen und die die Grundlage des bürgerlichen Staates, das Eigentum, brutal missachten — die umweht ein Hauch von apokalyptischer Befreiung. Eben nicht nur für die Sympathisanten daheim auf der Couch und im Netz. Sondern gerade auch für die, die sie darum hassen. Die ganze Härte des Gesetzes soll jene treffen, die mehr Spaß haben als man selbst und die fremde Götter anbeten. Nur so kann man das gute Gewissen davor bewahren, heimlich Räuschen entgegenzufiebern, die den Gang der Geschäfte verwirren könnten. Gewalt (wenigstens im Wort) gegen Gegengewalt, das ersetzt dem staatstragenden Bürger die dionysische Erfahrung. Auch nichts Neues.

Etwas Grundsätzliches

Was mich am meisten ärgert, ist gar nicht die Scheiße selbst; die ist selbstverständlich widerlich und gehört weg. Sondern was mich am meisten ärgert, ist die massenhafte Zustimmung zum Beschissenwerden und die Lust am eigenen Bescheißen.

Aufgeschnappt (bei Max Frisch)

Dass mit Gewalt nichts zu verändern sei, das sagen auch die Inhaber der Macht. Man kann ihren Ärger verstehen, wenn es zu Unruhen kommt; zwar werden sie damit fertig, aber die gewaltlose Unterdrückung, Repressalie in Ruhe und Ordnung, ist ungefährlicher auch für sie, denn die Anwendung von Staatsgewalt hat immer etwas Aufreizendes, etwas Lehrreiches, sie bringt zum Bewusstsein, dass die Botschaft von der Gewaltlosigkeit immer an die Unterdrückten gerichtet ist.

Montag, 10. Juli 2017

Gipfelsplitter

„Zum G20-Gipfel werden Tausende Linke aus dem Ausland erwartet.“ Stimmt eigentlich. Wo bleibt vorm und beim Weltherrschergipfel der Protest von rechts? Wenigstens der inländische? Siehste.

* * *

„Das Treiben prügelsüchtiger Gruppen, denen sonst nichts fehlt, dominiert leider nicht nur die erlaubten Proteste, sondern die gesamte Wahrnehmung der Gipfel.“ Ich finde es ungeheuerlich, wir Reinhard Müller (FAZ) hier gegen die Polizei hetzt.

* * *

Ich finde, der Gipfel ist ein voller Erfolg. Die Polizei freut sich, dass sie all ihr schönes Gerät verwenden und ein bisschen prügeln kann. Die Demonstranten freuen sich, dass sie heldenhaft für ein bessere Welt oder gegen die Langweile kämpfen können. Die Bürger freuen sich, dass sie sich über Schurken erregen können, die sinnlos Gewalt anwenden (womit sie erstaunlicherweise nicht die Gipfelteilnehmer meinen, sondern „marodierende Linksradikale“). Und die Herrscher dieser Welt freuen sich, dass sie wichtig sind und die Geschäfte gut laufen.

* * *

Nur der Papst meckert wieder rum. Aber den hat ja auch keiner eingeladen.

* * *

Ist es Heuchelei oder sind Gipfelgegner und Gipfelgegnerinnen, die sich über das Verhalten der Polizei beschweren, wirklich so naiv? Glauben die wirklich immer wieder von Neuem an die Mär vom „Freund und Helfer“, der in der Hauptsache dazu da ist, gebrechliche Omas liebevoll über die Straße zu bugsieren? Der moderne Staat ist dazu da, dass die Reichen ungestört reicher werden können und der Rest der Gesellschaft in Schach gehalten wird. Die Polizei ist des Staates Büttel mit dem Knüppel. Zu seiner täglichen Arbeit gehört es, Feindbilder aufzubauen und durchzusetzen. Was aber bestätigt die systemrelevanten Ressentiments der hart arbeitenden Mehrheit der Gesellschaft besser, als eine mit Wasserwerfern, Tränengas und Schlagstock vorgenommene Unterscheidung von friedlichem Protest und mutwilligen Krawallmachern? Da lobe ich mir (ohne Straftaten gutzuheißen, was ja strafbar wäre) die, die privat mit dem Ziel der Randale angereist sind und sich ihr Vergnügen besorgt haben. Das ist ehrlich und durchdacht. Die wollen nix verbessern, die wollen Spaß. Mit der Polizei physisch zu konfligieren scheint Spaß zu machen. Schaufenster einzuschlagen, scheint Spaß zu machen, auch ohne Plündern. Autos anzuzünden, scheint Spaß zu machen. (Hier trifft der kriminalisierbare Hedonismus einer Minderheit mit dem braven Konsumismus der Mehrheit zusammen, das Auto ist beiden eine heilige Kuh.) Zu glauben, man könne das herrschende System ernsthaft kritisieren — und am Straßenrand stünden Politiker, Journalisten und Polizisten und applaudierten, wäre ziemlich doof. Aber das glaubt ja eh keiner, oder?
 
* * *

G20 einigen sich auf freien Handel. Ich atme auf.
 
* * *

„Der HVV verschenkt Monatskarten an Autobesitzer, deren Wagen bei den G20-Krawallen in Brand gesteckt wurden.“ Und so haben die Randalierer auch noch der Umwelt was Gutes getan. Wenigstens für einen Monat.
 
* * *

Wenn das wohlstandsverwahrloste Spießergesindel wirklich über das bisschen Randale in Hamburg erschrocken ist, dann empfehle ich ihm dringend, sich mal im Rest der Welt umzusehen. Dort findet sinnlose Brutalität statt, gegen die das infantile Autoabfackeln und Polizistenärgern wie ein Fliegenschiss neben Tschornobyl wirkt.
 
* * *

Eigentlich könnte es ganz reizvoll sein, wenn die brutalen Kriminellen, die das arme Hamburg so verwüstet und der Polizei solche Sorgen gemacht haben, ausgeforscht würden. Bin gespannt, wie viele V-Leute des Verfassungsschutzes darunter wären.
 
* * *

Nachtrag. Ein besonderes Verbrechen bei dem an unschönen Ereignissen nicht armen Gipfel zu Hamburg war es, den Staatsgästen ausgerechnet Musik des Anarchisten Ludwig van Beethoven zu servieren.

Fragment über die „marodierenden Banden“

Man muss da, meiner bescheidenen Meinung nach, keine historischen Gesetzmäßigkeiten und politökonomischen Dialektiken bemühen. Es geht bei all diesen Phänomenen schlicht darum, auf Kosten anderer die eigene Bedürftigkeit zu kompensieren. Die Leuten handeln doch in aller Regel nicht aus Überzeugungen (Islamismus, Marxismus, Neonazismus, Blablabla), sondern sie suchen sich die Überzeugungen und Praktiken, von denen sie sich die beste Befriedigung ihrer Bedürfnisse (nach Anerkennung, Spaß, Kommunität, Grandiosität usw.) versprechen zu dürfen meinen. Strategien des Rechthabens und des Insunrechtsetzens aller anderen, um sich gegen Kritik und Gewissen zu immunisieren. Kommt einem bekannt vor, oder? Nur dass die meisten nicht hingehen und Autos anzünden oder Geiseln enthaupten. Aus verschiedenen Gründen, die man vom Effekt her alle gutheißen kann. Aber die alltägliche Rücksichtslosigkeit ist auch nicht viel besser, nur weniger plakativ. Und das summiert sich dann tatsächlich zu so etwas wie gesellschaftlichen Verhältnissen. Von unten nach oben. Gewiss, die Strukturen (beispielsweise: class, race, gender) wirken auf das Verhalten zurück, aber zunächst ist es das Verhalten (von jedem zu allen), das die Strukturen begründet. Terrorismus ist der trotzige Versuch, dem Staat, an den man nicht ran kann, weil alle ihn verwirklichen, seine Imitation („Guck mal, Vati/Mutti, ich kann so brutal sein wie du“) entgegenzuhalten. Das gibt dem Staat Gelegenheit zur Klage, zur Sorge und zum Ausbau seiner Kontrollsysteme. Es sind keine abstrakten „Interessen“ oder ökonomischen Notwendigkeiten, die da eine Totalität steuern. Es geht um die Mickrigkeit des eigenen Daseins, mit der viel zu viele nicht zurechtkommen, weil sie in die falsche Richtung schauen. Auf diese Weise bleiben leider viel zu viele auf der Strecke. Kann man da gar nichts machen? Doch, man könnte. Aber nicht allein. Eben das ist der Irrtum.

Donnerstag, 6. Juli 2017

Montag, 3. Juli 2017

Notiz zur Zeit (138)

„Liste Peter Pilz“ ist natürlich Quatsch. „Liste Beleidigte Leberwurst“ muss das heißen. Slogan: Demokratie ist, wenn ich gewählt werde. Sonst gründe ich mein eigenes Parlament.

Freitag, 30. Juni 2017

Wie es mich ankotzt, wenn Leute sich darüber beschweren, dass man gleich ins rechte Eck gestellt werde, bloß weil man sich immer wieder fremdenfeindlich äußere. — Ja, dann haltet doch einfach das Maul!

Notiz zur Zeit (137)

Über Strafbarkeit entscheiden im Rechtsstaat Gerichte. Dank Heiko Maas muss das in der BRD jetzt auch Facebook machen.

Mutti schenkt den Homos eine Ehe

Bismarck sagte: Nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden … Und die bleierne Kanzlerin ergänzt: … sondern durch Sitzfleisch und Überzeugungslosigkeit.
Ich würde es nicht Respekt nennen, was ich empfinde. Es ist eher eine Mischung aus Erstaunen und Ekel. Wie wenn man einer Spinne zusähe, die in ihrem Netz gefangene Marienkäfer bei lebendigem Leib aussaugt. Erst erweckt Merkel den Eindruck, die „Ehe für Homos“ sei mit ihr zu machen, dann läuft die SPD in die Falle, und bei der Abstimmung schließlich stimmt Merkel dagegen. So gekonnt alle Richtungen bedient hat nicht einmal Hitler.

Donnerstag, 29. Juni 2017

Notiz zur Zeit (136)

Hätte den Damen (und Herren) 1969 jemand gesagt, dass es später auf eine „Ehe für alle“ hinauslaufen werde, sie hätten den Stonewall Riot unterlassen.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Notiz zur Zeit (135)

Würde nur ein bisschen der Energie, die man auf das bourgeoise Pseudoproblem „Ehe für alle“ verwendet, auf beispielsweise die Bekämpfung von Kinderarmut angewandt …  Aber anscheinend ist es wichtiger, ein paar Dutzend Leuten (oder meinetwegen Hunderten) Steuervorteile und symbolische Anerkennung zu gewähren, als Hunderttausenden gesellschaftliche Teilhabe und ein halbwegs unbeschädigtes Leben zu sichern.
 
* * *

So, jetzt muss die Ehe, nachdem sie so mühsam für alle erkämpft wurde, aber auch mal richtig geschützt werden! Darum: Abschaffung der Ehescheidung! Schwere Strafen für Ehebruch!
 
* * *

Sogar ich hätte nichts dagegen, einen sehr, sehr reichen Mann mit einer klitzekleinen, aber tödlichen Krankheit zu heiraten. Die Zahl der einschlägigen Bewerber war allerdings bisher überschaubar.

Dienstag, 27. Juni 2017

Notiz zur Zeit (134)

Wie verblendet muss man als Homo-Ehe-Fanatiker eigentlich sein, um sich nicht daran zu stören, dass auf den letzten Metern der Legislaturperiode Rechtsverhältnisse zu Wahlkampf-Gadgets gemacht werden. Kugelschreiber oder „Ehe-Öffnung“, was darf’s denn sein?
 
* * *

Wenn demnächst endlich, endlich, endlich die „Ehe geöffnet“ ist, löst sich dann die Homo-Lobby eigentlich auf? Sie hat ja dann ihr einziges Thema verloren.
 
* * *

Die Borniertheit und der Realitätsverlust der Berufshomosexuellen zeigt sich einmal mehr daran, dass sie jetzt Merkels Wahlkampftrick für das Resultat ihrer jahrelangen Lobbyarbeit ausgeben wollen („Geholfen hat nur Druck, Druck, Druck!“). Danke, Mutti.

Montag, 26. Juni 2017

Notiz zur Zeit (133)

Einst wurden Herrscher doch auch mit ihrem Gesindel, äh, Gesinde bestattet. Warum also kann man Helmut Kohl nicht sämtliche Bildzeitungsredakteure mit ins Grab geben?

Freitag, 23. Juni 2017

Notiz zur Zeit (132)

„Großbritannien“ als psychiatrisches Problem. Schulordnungen verbieten Jungen das Tragen kurzer Hosen, aber Röcke sind ihnen natürlich ebenso erlaubt wie den Mädchen.

Notiz zur Zeit (131)

Dass man sich überhaupt für eine gesetzliche Rehabilitierung der nach § 175 StGB Verurteilten interessiert, ist ein politisches Armutszeugnis. Der Staat sagt einmal: Ihr seid böse und müsst bestraft werden. Dann wieder: Nö, doch nicht, jetzt seid ihr rückwirkend lieb und unschuldig. Dieses angemaßte Recht des Staates (als Büttel der Gesellschaft), zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, Gesetze nach Gutdünken mal so mal so zu gestalten, dieses „Recht“ könnte man ja auch mal in Frage stellen (und sogar bestreiten). Es wurden Leben zerstört und da ist nichts wieder gut zu machen. In den Fällen, wo „175er“ heute noch an der Folgen ihrer Verurteilung leiden, beispielsweise unter Armut wegen beschädigter Erwerbsbiographien, könnte doch die berühmte „community“ mit einem Sozialfonds einspringen. (Ein paar Stolzparaden weniger, das Geld wäre beisammen.) Dafür braucht’s den Staat und seine willkürliche Bereitschaft, mal verurteilend, mal strafend, mal zerstörend, mal fürsorgend zu sein, weißgott nicht. Wenn man aber staatsgläubig an den Lippen (bzw. Zitzen) des Bundestages hängt, was der wohl sagt oder nicht sagt, darf man sich nicht wunderen, wenn selbst eine „Rehabilitierung“ noch eine Diskriminierung enthält. (Übrigens der Tendenz nach dieselbe antipädophile Diskriminierung, die von den VertreterInnen der LGBTQIsternchen-Communtity vor Jahrzehnten zur Doktrin erhoben wurde.)

Mittwoch, 21. Juni 2017

Notiz zur Zeit (130)

Nach dem Literaturnobelpreis für den Dingsbums im vorigen Jahr kann man ja wohl froh sein, dass der heurige Büchnerpreis nicht an Helene Fischer vergeben wurde.

Samstag, 17. Juni 2017

Notiz zur Zeit (129)

An wen genau richtet sich eine Demonstration „gegen Terrorismus“? Doch wohl kaum an Terroristen und deren Geldgeber. Denen dürfte das ziemlich egal sein. Sondern das richtet sich offenkundig an Vater Staat, um ihm zu sagen: Schau her, wir sind lieb und brav und wollen, was du willst!

Notiz zur Zeit (128)

Da sieht man mal wieder, dass man als Zeitgenosse fast nichts mitkriegt. Ich wusste nämlich ehrlich nicht, dass Kohl, nicht Adenauer, die deutsch-französische Aussöhnung herbeigeführt und praktisch im Alleingang Europa erfunden hat. Und dass er nicht bloß zufällig 1989 Kanzler war, sondern dass auf sein Genie die deutsche Wiedervereinigung zurückgeht (unter einem SPD-Kanzler hätten sich die Ossis womöglich mit Schweden vereinigt!). Jetzt staune ich naturgemäß.
 
* * *

Jetzt mal praktisch gefragt: Es gibt Särge in dieser Größe? Und wie viele Sargträger wird es brauchen?
 
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„Putin says former German leader Helmut Kohl molded his worldview.“ Und ich dachte, man dürfe über Tote nichts Schlechtes sagen.

Freitag, 16. Juni 2017

Donnerstag, 15. Juni 2017

Notiz zur Zeit (126)

Na klar, „Kinderbetreuung“ und „Erbschaftssteuer“ sind die Themen, bei denen man sich als SPÖ gegen die FPÖ abgrenzen muss. Soll wohl heißen: Ansonsten sind das genauso liebe Nazis wie man selbst.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Glosse LII

Sollen sie’s halt englisch aussprechen. Wenn sie es aber, wie im Deutschen nun einmal eingebürgert, französisch aussprechen wollen, dann heißt das Wort „schürih“ und nicht „dschühri“. Dschornalistenpack!

Dienstag, 13. Juni 2017

Notiz zur Zeit (125)

Man sagt: „Reform des Arbeitsrechts“. Und das klingt recht anständig. Aber mit „Mehr arbeiten für weniger Geld“ wäre die Realität benannt.

Montag, 12. Juni 2017

Notiz zur Zeit (124)

Et voilà, der Retortenpartei des französischen Politmessias Macron haben im ersten Wahlgang der Parlamentswahl nicht ganz 14% der Wahlberechtigtren ihre Stimme gegeben. Was für ein triumphaler Sieg, was für ein Vertrauensbeweis! Zumal auf Grund des geradezu grotesken Wahlsystems nach dem zweiten Durchgang eine praktikable Parlamentsmehrheit für den Präsidenten zu Stande kommen dürfte. (Während Macrons Bewegung in der ersten Runde nur zwei von 577 Mandaten erreichte, immerhin die Hälfte der vier überhaupt schon vergebenen.) Erdrutsch! Tsunami! Kurzum, Demokratie als unübertroffene Verarschung.

Freitag, 9. Juni 2017

Glosse LI

Schlammassel schreibt „Perlentaucher“. Übers Geschlecht kann man geteilter Meinung sein, über die richtige Anzahl von Ms nicht. Es handelt sich ja nicht um eine Schalmm-Assel. Oi weh, die Ignoranz der Deutschsprachigen gegenüber unserem jiddischen Erbe ist erschreckend.

Donnerstag, 8. Juni 2017

Notiz zur Zeit (123)

Schon allein das Wort „Fremdenrecht“ finde ich ekelerregend.
 
* * *
 
Fremdenrechtsnovelle. Was nach bizarrer österreichischer Literatur klingt, ist das auch, nämlich ein Gesetzesänderrung zwecks Schikanierung von Menschen mit falscher Staatsbürgerschaft, die nicht zahlende Touristen sind.
 
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Und natürlich bleibt man, typisch österreichisch, auf halben Wege stehen. Wo bleibt der optionale Einsatz von Daumenschrauben im Asylverfahren? Wo die verpflichtende öffentliche Auspeitschung von abgelehnten „Asylwerbern“? Wo das Katapult als gezielte Rückführungsmaßnahme? Na, das wird sich schon noch alles ändern, wenn erst einmal Watschngsicht und Strache das Land regieren!
 
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„Residenzpflicht“ ist ein Begriff des Kirchenrechtes und bezeichnet die Verpflichtung eines Bischofs, in dem Bistum, dem er vorsteht, seinen Sitz zu nehmen. So sollte das Wort auch gebraucht und nicht zur Behübschung der Einschränkung des Rechtes auf Freizügigkeit von Flüchtlingen missbraucht werden.

Phobisches

Ist eigentlich Phobophobie schon ein anerkannter Begriff?

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Homophobophobie: die Abneigung gegen / Angst vor Homophobie bzw. homophobe(n) Personen. Wer Angst hätte, von Homophobophobikern abgelehnt zu werden, wäre dann also homophobophobophob.

Dienstag, 6. Juni 2017

Notiz zur Zeit (122)

Man sage nicht, es gebe keinen Fortschritt. Früher hieß es „Rassenmischung“, „Umvolkung“ und „Die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze/Frauen weg“. Heute heißt es; „Keine Einwanderung in die Sozialsysteme!“

Notiz zur Zeit (121)

Integration ist ja sowas von schwierig. Besonders in Deutschland. Einwanderer sollen sich dort, heißt es immer wieder, aufs Grundgesetz verpflichtet fühlen. Nun wurde aber gerade zwecks grundlegender Reform der Finanzbeziehungen des Bundes und der Länder das Grundgesetz in mehreren Punkten (genau: 13) abgeändert. Damit stellt sich die Frage: Welchem Grundgesetz sind bisherige Einwanderer denn nun verpflichtet, dem zum Zeitpunkt ihrer Einwanderung geltenden oder dem von heute?

Notiz zur Zeit (120)

Was bringt deutsche Journalisten eigentlich auf die bizarre Idee, das Recht von Bundestagsabgeordneten, Bundeswehrsoldaten bei Auslandseinsätzen zu besuchen, stehe „in der Verfassung“? Und was auf die noch viel bizarrere Idee, deutsches Recht stehe beispielsweise über türkischem, auch in der Türkei? Tatsächlich kommt das Wort „Auslandseinsatz“ meines Wissens im Grundgesetz gar nicht vor. Das Modewort „Parlamentsarmee“ hingegen kannte ich bis vor kurzem nur aus der Geschichte des Englischen Bürgerkrieges. Und von „Besuchsrecht“, denke ich, war sonst immer nur in Trennungs- und Scheidungsfällen die Rede.

Sonntag, 4. Juni 2017

Der Sozi und das S-Wort

„Solidarität ist natürlich nur ein Gefühl.“ (Martin Schulz) Kann man das Elend der deutschen Sozialdemokratie besser auf den Punkt bringen?

Notiz zur Zeit (119)

Die „Tagesschau“ wird jeden Tag ein bisschen dümmer. Nein, Kardinal Marx ist nicht „das Oberhaupt der katholischen Kirche in Deutschland“, sondern bloß Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Oberhaupt wäre, wenn schon, der Primas Germaniae, und das ist immer noch der Erzbischof von Salzburg.




Freitag, 2. Juni 2017

Notiz zur Zeit (118)

So sehr ich den Widerstand gegen die Staatsgewalt, den die Nürnberger Berufsschüler verübt haben, begrüße — es wäre mir noch lieber, sie widersetzten sich nicht nur dieser einen Deportation, weil sie zufällig mit dem zu Deportierenden bekannt sind, sondern dem Deportieren überhaupt, weil ihr Gerechtigkeitsgefühl nicht nur von dem verletzt wird, was sich unmittelbar vor ihren Augen abspielt, sondern auch von dem, um das sie wissen oder wissen sollten. Nächstenliebe und Systemkritik schließen einander ja nicht aus, sich um das Nächstliegende zu kümmern, sollte den Blick auf die Zusammenhänge nicht verstellen, sondern eröffnen. „Die anderen könnt ihr meinetwegen abschieben, aber unseren Ali nicht, der gehört zu uns.“ Tut mir leid, Kinders, aber das ist Rassismus.

Sonntag, 28. Mai 2017

Notiz zur Zeit (117)

Wie gut, dass die flächendeckende Videoüberwachung den Selbstmordattentäter vor der Tat aufnahm. Nicht auszudenken, was sonst passiert wäre. Womöglich hätte er sich selbst in die Luft gesprengt und zwei Dutzend Menschen mit in den Tod gerissen. Ach, das hat er? Hm.

Notiz zur Zeit (116)

Also zu ‘ner richtigen Luther-Sause würde doch eigentlich gehören, dass man wenigstens zwei, drei Synagogen niederbrennt. Vom Massakrieren von Papisten ganz zu schweigen. Aber so sind sie, die Häretiker von heute: Die tun nix, die wollen nur spielen.

Freitag, 26. Mai 2017

Notiz zur Zeit (115)

Watschngsicht sorgt sich, weil EU-Ausländer (Piefke, Zigeuner, Katzlmacher, Polacken usw. usf.) in Österreich ab dem ersten Tag Sozialleistungen etwa in Form von Arbeitslosengeld bekommen, ohne hier Beiträge gezahlt zu haben. Nach Auskunft des Sozialministeriums betrifft das derzeit die ungeheure Zahl von 116 Personen. — Watschngsicht ist ein übler Hetzer, sonst gar nichts.

Donnerstag, 25. Mai 2017

Notiz zur Zeit (114)

„Offiziellen Angaben zufolge erscheinen 60 Prozent aller Personen, die Asyl beantragen, ohne Papiere beim Bamf.“ Das ist für mitteleuropäische Bürokraten der blanke Horror: Menschen ohne Papiere. Es hatte schon einen Grund, warum die SS den Kazettinsassen eine Nummer eintätowierte: Identität ist Identität und muss festgestellt werden können!

Notiz zur Zeit (113)

Der Drohnenbaron diskutiert mit der Sozialabbaumutti beim „Kirchentag“ über Demokratie. Egal, was die Protestanten anfassen, es wird immer Scheiße daraus.

Mittwoch, 24. Mai 2017

Notiz zur Zeit (112)

Abscheulich. Feige. Kaltherzig. Was man halt immer so sagt. Als ob man schon mal von gemütlichen, tapferen, sympathischen Terrorabschlägen gehört hätte.

Dienstag, 23. Mai 2017

Notiz zur Zeit (111)

Die Türkei will, wie’s scheint, Österreich in NATO-Partnerschaftsangelegenheiten blockieren. Es ist halt nicht alles schlecht am Erdogan.

Montag, 22. Mai 2017

Perfekter Marxismus

„In vielerlei Hinsicht hatte Marx recht. Und wo man denkt, dass er im Unrecht war – das hat er auch nicht gesagt.“ (Boris Groys) Genau meine Definition von Marxismus: Marx hat immer Recht, und wo er Unrecht hat, ist er nicht Marx. Perfekt. Völliger Quatsch, aber perfekt.

Sonntag, 21. Mai 2017

Israelischer Militärhistoriker plädiert für NS-Traditionen

„Von der Zeit Friedrich des Großen bis 1945 genoß das preußisch-deutsche Militär weltweites Ansehen, oft sogar Bewunderung.“ (Martin van Creveld) Aber sicher doch. Nach den Kriegen von 1870/71, 1914/18 und 1939/45 errichteten beispielsweise die Franzosen massenhaft Denkmäler, um das deutsche Militär zu feiern ob seiner Zerstörungswut und Mordlust. Oder die Briten. Nach jeder Bombardierung ihrer Städte im Zweiten Weltkrieg krochen sie aus den Bunkern hervor und waren voll der Bewunderung für den Alten Fritz, Hitler und Göring, die so wunderbar viele Tote zu Stande gebracht hatten. Vom Jubel sowjetischer Kriegsgefangener, wenn deutsches Militär sie verhungern ließ, gar nicht zu reden. Und die Juden erst, die osteuropäischen Juden! Bevor sie von der Wehrmacht massakriert wurden (hinterher ging’s nicht) waren sie voll des Lobes und der aufrichtigen Begeisterung über die kaltschnäuzig-bürokratische Bereitschaft zum Massenmord bei deutschen Soldaten. Prima Jungs, so diszipliniert, ordententlich und gründlich. Einfach großartig, wie sie die Juden zusammentrieben, Gruben ausheben ließen und sie dann am Rand der Gruben so erschossen, dass sie tot oder halbtot übereinander hineinfielen. Meisterwerke preußisch-deutscher „Kriegskultur“ (Creveld). Von den Kriegsverbrechen der Hohenzollern bis zu denen der Nazi-Streitkräfte überstrahlt also das unangefochtene Ansehen, ja die Glorie preußisch-deutschen Soldatentums tatsächlich die halbherzigen Untaten von Tamerlan und Etzel und hat klassische deutsche Uniformträger weltweit zum Inbegriff liebenswerter kleiner Killer gemacht, die sich zumindest insgeheim jede Nation als Besatzer und Massenmörder wünscht. Darum Schluss mit dem (ohnehin unrichtigen) Bild vom brunnenbohrenden und schulenbauenden deutschen Krieger und wieder her mit den grundanständigen und wirkungsvollen Traditionsmethoden von vor 1945!
„Durch die Verbrechen, die in ihrem Namen von 1933 bis 1945 begangen wurden, haben sich die Deutschen selbst ans Hakenkreuz genagelt, so wie Jesus ans Kreuz genagelt wurde. Doch wurde Jesus am selben Tage abgenommen, die Deutschen aber werden hängen bleiben, solange die menschliche Erinnerung dauert, ohne die Hoffnung, die Vergangenheit jemals hinter sich lassen zu können.“ (Martin van Creveld)
Pardon, aber eine Rechtsordnung, nach der eine solche öffentliche Aussage nicht in mehrfacher Hinsicht strafbar ist, ist lächerlich.

Freitag, 19. Mai 2017

Teufelspakt mit Mutti

„66 Prozent der Deutschen finden, dass die Bundeskanzlerin dafür sorgt, dass es ihnen in einer unruhigen Welt gut geht.“ Aber statt dass das die Leute empört, finden sie es gut. Mindestens zwei Drittel der Deutschen sind also, moralisch gesehen, minderwertig. Sie möchten, dass es ihnen gut geht, während es anderen schlecht geht. Sie ignorieren oder leugnen den Zusammenhang zwischen ihrem Wohlergehen und dem Unglück der anderen. Diese gelten als entweder selbst schuld. Oder sie haben eben einfach fürchterlich Pech. Die Liebe der Deutschen zu ihrer Kanzlerin ist ein Teufelspakt: Große Teile der Bevölkerung verkaufen ihre Seele (ihr Gewissen, ihren Anstand) für ein bisschen Ruhe und Wohlstand auf Zeit. — Ach, fahrt doch alle zur Hölle!

Mittwoch, 17. Mai 2017

Notiz zur Zeit (110)

Schlechte Nachrichten für OP-Personal, Imker und Perchtenläufer: Österreich verbietet Gesichtsverhüllung.

Notiz zur Zeit (109)

Das Ende der politischen Korrektheit fordern, aber gegen die (erkennbar satirische) Bezeichnung als „Nazi-Schlampe“ klagen: Ist die AfD nicht großteils schlicht ein psychiatrisches Problem?

Dienstag, 16. Mai 2017

Immer lustig, wenn Leute, nachdem sie endlich ein akademisches Positiönchen ergattert haben, öffentlich darüber nachdenken, dass ja eigentlich nicht alle studieren müssen.

Notiz zur Zeit (108)

Seit langem fordere ich ja, dass Ösiland unter Kuratel gestellt wird. Die Leute hier sind einfach nicht in der Lage, sich selbst anständig zu regieren. Eine Besatzungsmacht muss wieder her! Ein UN-Hochkommissar mit Blauhelmtruppen. Am besten aus Somalia und Libyen. Dort kennt man sich mit „failed states“ aus und könnte ein bisschen Zuverdienst gebrauchen. Win-win. Man muss nur wollen. Ich will.

Montag, 15. Mai 2017

Notiz zur Zeit (107)

Die Sprachregelung, derzufolge eine Partei, für die fast 79% der Wahlberechtigten nicht gestimmt haben, „die Wahl gewonnen“ hat, werde ich nie verstehen.

Notiz zur Zeit (106)

Watschngsicht ist also ÖVP-Diktator geworden. Das wird ihm viel nützten als Juniorpartner in der FPÖVP-Regierung.

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Als Grund, warum, es in Österreich Neuwahlen geben müsse, wurde seitens der ÖVP auch genannt, dass weder Bundeskanzler und SPÖ-Vorsitzender Kern noch der „schwarze Messias“ Kurz durch Nationalratswahlen „legitimiert“ seien. Nun sieht die Verfassung selbstverständlich gar nicht vor, dass Partei-Interna durch Volkswahlen abgesegnet werden müssen. Völlig skurril wird das Scheinargument aber, wenn die ÖVP-Führung nun einen geschäftsführenden Parteichef mit Sondervollmachten einsetzt, ohne dafür wenigstens einen Parteitag einzuberufen. Demokratie auf Österreichisch: Wahlen und Abstimmungen als Sahnehäubchen, Pardon: Schlagobershauberl auf im Voraus ausgemauschelten Entscheidungen.

* * *

Orbán gratuliert Watschngsicht zur Übernahme des ÖVP-Vorsitzes. Horst Mahler stellt in Ungarn einen Asylantrag. Mir scheint, in Zeiten wie diesen fehlt nicht viel, und Mahler taucht auf der „Liste Sebastian Kurz“ als einer der unabhängigen „besten Köpfe“ auf.

Dschörmäni siro peunts

Der ESC als solcher ist mir ja egal. Aber es ist jedes Jahr wieder lustig, zu erfahren, dass für Deutschland schlechterdings keine „Sympathiepunkte“ vergeben werden.

Sonntag, 14. Mai 2017

Gedanke zum Muttertag

Ich lese von einer Frau, die noch nicht vierzig ist, aber 38 Kinder hat (nach 44 Geburten). Phantastisch! Wenn man bedenkt, dass statistisch gesehen jede Frau etwas mehr als zwei Kinder haben muss, um die Bevölkerungszahl zu halten, so ließe sich, wenn man jede Frau dazu brächte, 40 Kinder zu bekommen, die notwendige Frauenzahl auf ein Zwanzigstel reduzieren. 95 Prozent weniger Frauen, wäre das nicht herrlich?

Freitag, 12. Mai 2017

Notiz zur Zeit (105)

Watschngsicht möchte offenkundig Vizekanzler in einer FPÖVP-Regierung werden. Gibt’s sonst was Neues, um mir den Tag zu versauen?

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Liegen die bisherigen Umfragen nicht völlig daneben, so wird in Österreich bei Neuwahlen die FPÖ stimmenstärkste Partei. Rechnerischen gehen sich dann nur aus: Koalition SPÖ-ÖVP (wie bisher), FPÖ-SPÖ oder FPÖ-ÖVP. Was ist davon wohl am wahrscheinlichsten? Kurzum, wer jetzt Neuwahlen will, will von der FPÖ regiert werden.

Donnerstag, 11. Mai 2017

Eigentlich sind alle irgendwie Nazis. Außer mir natürlich.

Notiz zur Zeit (104)

Ich finde, Kurz ist der widerlichste österreichische Politiker seit Haider. Das erklärt auch, warum er in diesem Land so beliebt ist und noch viel vor sich hat. Abschaum schwimmt oben.

Dienstag, 9. Mai 2017

Notiz zur Zeit (103)

Debakel? Absturz? Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat die SPD 1,2% mehr Erststimmen erhalten als 2012 und nur 0,8% weniger Zweitstimmen. Ziemlich undramatisch. Aber warum sachlich, wenn man’s auch hysterisch darstellen kann?

Montag, 8. Mai 2017

Glosse L

Die Frau habe offenbar zuerst die Kinder und dann sich selbst getötet. Sagen wir mal so: Die umgekehrte Reihenfolge hätte mich überrascht.

Sonntag, 7. Mai 2017

Notit zur Zeit (102)

„Faute de mieux“ ist französisch und wird für gewöhnlich übersetzt mit „Demokratie“.

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Die absichtlich ungültig Wählenden sind mir am wenigsten sympathisch. Ich unterstelle ihnen nämlich die verrückte Botschaft: „Wir haben ein tolles politisches System, für das ich sehr dankbar bin und das ich voll unterstütze, nur lässt es mir keine Wahl, weil eh alles derselbe Mist ist.“ Die spinnen, die Schizos.

Notiz zur Zeit (101)

Originell finde ich, dass von „Funden“ von NS-Devotionalien in bundesdeutschen Kasernen die Rede ist. Als sei da etwas verborgen gewesen, dass jetzt unvermutet zu Tage gekommen sei. Will man der Öffentlichkeit suggerieren, einige braune Schafe hätten ihre Schau- und Dekorationsstücke vor der Masse unverdächtiger Kameraden versteckt? Vor ihren Vorgesetzten? Vor deren Vorgesetzten? Will man also so tun, als habe sich nie ein General oder Ministerialrat mal in einer Kaserne umgesehen, sich mal einen Spind von innen zeigten lassen? Verarscht euch selber.

Samstag, 6. Mai 2017

Notiz zur Zeit (100)

Wer zwischen Pest und Cholera zu wählen versteht, mag zwar vielleicht sehr klug sein, aber eines wird er, wenn man der Logik des abgenützten Bildes folgt, mit Sicherheit sein: schwer krank.

Donnerstag, 4. Mai 2017

Mittwoch, 3. Mai 2017

Notiz zur Zeit (99)

Also die Wahl fällt leicht. Frankreich hat Didier Eribon, Deutschland Jan Feddersen. Ich optiere linksrheinisch.

Das geheiligte Grundgesetz

Die dauernde Berufung auf das Grundgesetz als eine Art Wertekanon erscheint mir absurd. Als ob die deutsche Verfassung eine Heilige Schrift wäre, ein sakrosanktes Offenbarungsdokument. In Wahrheit hat man das Grundgesetz schon zigmal umgeschrieben, je nach politischem Bedarf. Stimmt, es gibt Artikel, die ein bestimmter Artikel für unabänderlich erklärt (dieser Artikel selbst gehört allerdings nicht dazu …), aber das betrifft lediglich „die Gliederung des Bundes in Länder, die grundsätzliche Mitwirkung der Länder bei der Gesetzgebung“ und die in den Artikeln 1 bis 20 formulierten Grundrechte. Dass diese Grundrechte auch eingeschränkt werden können, sagt der Gesetzestext selbst, ihre Geltung ist also nicht absolut. Der wunderschöne Artikel 1, der mit der unantastbaren Würde des Menschen und der Verpflichtung der Staatsgewalt auf deren Achtung und Schutz, ist bemerkenswerte Literatur, spielt aber in der politischen Realität bekanntlich keine Rolle. Sonst gäbe es kein Hartz IV, keine „Flüchtlingspolitik“, keine Waffenexporte, keine Castingshows, keinen Kapitalismus. Welchen Sinn hat also die Berufung aufs Grundgesetz? Ebenso gut könnte man sich auf die Europäische Menschenrechtskonvention oder die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte berufen. Dass man das nicht tut, sondern das durch Kohl & Co. Gesamtdeutsch konservierte westdeutsche Verfassungsprovisorium wie eine heilige Kuh durch die Debatten scheucht, verweist darauf, dass man eben doch an ein deutsches Wesen glaubt, an dem, wenn schon doch nicht die Welt, so doch Deutschland genesen solle. Solcher Verfassungspatriotismus ist auch nur ein Nationalismus light.

Notiz zur Zeit (98)

Brexit. Was gibt’s da lange zu verhandeln? Seit langem schlage ich vor, die Bahnverbindung zu kappen, Häfen und Flughäfen zu bombardieren. Mission accomplished.

Montag, 1. Mai 2017

Notiz zur Zeit (97)

Das Merkel-Regime macht mit dem verbrecherischen Regime Saudi-Arabiens schmutzige Geschäfte. Und was diskutieren die Deutschen? Dass ihre Heldin keinen Schleier trug, als sie den Tod von Tausenden und die Unterdrückung von Millionen vertraglich abzusichern half.

Sonntag, 30. April 2017

Notiz zur Zeit (96)

De Maizière hat der deutschen Leitkultur endlich ein Gesicht gegeben. Und schon fällt einem unvermeidlicherweise die Formel vom „hässlichen Deutschen“ wieder ein.

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Ein Deutscher redet von „Kultur“, und die Welt lacht.

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„Deutsche Leitkultur“ (nach De Maizière) verhält sich zu Zivilisiertheit anscheinend wie Currywurst zu richtigem Essen. Kann man machen, aber anders ist besser.

Notiz zur Zeit (95)

Seltsam. Warum höre ich, wenn jemand „rigorose Aufklärung“ verspricht, im Hintergrund immer schon den shredder laufen?

Samstag, 29. April 2017

Notiz zur Zeit (94)

Lacht über mich und erklärt mich zum Verschwörungstheoretiker: Was aber, wenn Trumpf schlicht das Resultat eines schrecklich schiefgelaufenen humanzoologischen Experimentes wäre, eines Versuches, aus einem Affen einen Menschen zu machen? (Vgl. Kafkas Rotpeter.) Das würde doch allerhand erklären: das Aussehen; die Gestik; die Sprache eines Fünfjährigen; die Sprunghaftigkeit; die Behändigkeit beim Twittern usw.

Freitag, 28. April 2017

Ich kann (in aller Bescheidenheit sei's vermerkt) ganz gut schreiben, aber verdammt schlecht tippen.

Notiz zur Zeit (93)

Herr Lindner möchte nicht, dass seine Partei irgendjemandes nützlicher Idiot wird. Ehrlich gesagt, ich hatte die FDP ohnedies immer schon für einen Haufen unnützer Idioten gehalten.

Notiz zur Zeit (92)

In der Zeit, die einmal, wenn sie endlich vorbei ist, die Ära Merkel heißen wird, haben Rechtsextremismus, Kinderarmut und CO2-Ausstoß (um nur drei Dinge zu nennen) zugenommen. Dafür ist die von Merkel durchgesetzte Politik unmittelbar verantwortlich. Trotzdem oder deswegen sind 70% der demoskopisch Befragten mit ihrer Arbeit zufrieden und 50% wollen sie als Regierungschefin wiederhaben. Und da soll man nicht am Wert der Demokratie zweifeln? (Oder erst einmal nur am Wert der Deutschen?)
Einen trüben, regnerischen Tag, den man eigentlich besser lesend im Bett verbringen sollte, tatsächlich lesend im Bett verbracht zu haben, das nenne ich Glück.

Notiz zur Zeit (91)

Dass die Empörung darüber, dass eine deutsche Behörde einen Deutschen als Syrer durchgehen ließ, größer ist als darüber, dass dieser deutsche Bundeswehroffizier und Rechtsextremer und potenzieller Terrorist ist, sagt viel über den geistig-moralischen Zustand der BRD.

Donnerstag, 27. April 2017

Notiz zur Zeit (90)

Im Ernst? Verwunderung darüber, dass jemand, der nicht Arabisch spricht, als Syrer durchgehen konnte? Als ob sich man sich behörderlicherseits je darum gekümmert hätte, Geflüchtete in ihrer Sprache anzusprechen. (Dolmetscher werden oft nur als Büttel der Identitätsfeststellung gesehen: Spricht X. den Dialekt der Gegend, in der gefoltert worden zu sein er behauptet?)
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Unbestätigten Meldungen zu Folge soll Bundesminister De Maizière erwägen, Mitarbeiterinnen des BAMF vermehrt aus den Reihen der Kölner Belästigungsopfer zu rekrutieren. Die Damen wussten damals sofort, wer aus dem nordafrikanischen oder arabischen Raum stammt. Solch rassekundliche Intuition wird dringend benötigt, um fortan syrische Flüchtlinge von pseudosyrischen deutschen Oberleutnants zu unterscheiden.
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Ich hatte immer schon den Verdacht, dass unter den Flüchtlingen in Wirklichkeit viele Einheimische sind. Wer flieht denn schon freiwillig zu den Kartoffeln?

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„Dass ein Deutscher, der kein Wort Arabisch spricht, als syrischer Asylbewerber anerkannt wird, ist ein Beleg dafür, wie sich dieses Land auf Kosten seiner Bürger seit 2 Jahren verarschen lässt.“ — Unfassbar, das rechte Pack macht aus dem Umstand, dass einer aus seinen eigenen Reihen (zudem auf die Verfassung vereidigt!) auf Kosten von Flüchtlingen sich als Syrer ausgibt, noch ein „Argument“ gegen die Aufnahme von Flüchtlingen!

Mittwoch, 26. April 2017

Notiz zur Zeit (89)

Wiens Altstadt wird um der Profitinteressen eines privaten Investors willen den Status als Weltkulturerbe verlieren. Oder wie der Herr Bürgermeister sagt: Man darf nicht die Demokratie dem UNESCO-Diktat unterordnen. Merke: Demokratie ist, wenn Politklüngel und Kapitalinteressen sich durchsetzen, Bewahrung von Kulturgut für kommende Generationen ist Diktatur.
 
* * * 

Wiens Grünenchefin ordnet an, dass die ihrer Partei angehörenden Gemeinderäte in einer bestimmten Frage so abstimmen dürfen, wie sie meinen, dass es das Beste für die Stadt ist. Da will man gar nicht wissen, wie die Damen und Herren sonst abstimmen müssen.

Glosse XLIX

Heuer hätte er seinen 140 Geburtstag gefeiert. Finde nur ich, dass das ein ausgesprochen dummer Satz ist?

Dienstag, 25. April 2017

Notiz zur Zeit (88)

Und jetzt mal was Vulgäres: Außenminister Gabriel ist es (trotz Abmagerung) nicht gelungen, Israels Regierung komplett in den Arsch zu kriechen. Der Grund: Österreichs Kanzler Kern steckte noch drin.

Notiz zur Zeit (87)

Sieht man die zum W-20-Gipfel versammelten Vogelscheuchen, kann einem schon der Gedanke kommen, dass das mit der „Frauenförderung“ ein ganz, ganz schlimmer Irrtum war.

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Königin Maxima und Ivanka Trump sind gewiss eine Inspiration für viele Frauen in der Welt. Die eine hat einen Kronprinzen geheiratet, die andere lebt von Vermögen und Einfluss ihres Daddys. Feministische Ikonen des 21. Jahrhunderts!

Notiz zur Zeit (86)

Wieso präsentiert eigentlich der deutsche Innenminister eine „Kriminalitätsstatistik“ und nicht der Justizminister? Wieso ist in besagter Statistik von lauter „Tatverdächtigen“ die Rede? Warum wird in der Berichterstattung nicht darauf verwiesen, dass die einzig relevante Zahl die der Verurteilungen wäre? Verdächtigen kann die Polizei bald jemanden, ob er es war, entscheidet ein Gericht. Das nennt man Rechtsstaat. Die sogenannte „Kriminalitätsstatistik“ aber mit ihren willkürlichen Zahlen ist eine permanente Verletzung des Prinzips der Unschuldsvermutung.

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Bezeichnend, dass die in der Öffentlichkeit am meisten (gefühlt: ausschließlich) zu Wort kommenden Gewerkschafter Polizeigewerkschafter sind.

Montag, 24. April 2017

Notiz zur Zeit (85)

Macron und Le Pen. Kasperl und Krokodil. Was ist die Funktion des Krokodils? Dass die Kinder schreien: „Vorsicht, Kasperl! Das Krokodil! Hinter dir!“ Egal, wie bescheuert Kasperl ist, vom Krokodil darf er selbstverständlich nicht gefressen werden. - Ohne Le Pen würde Macron nicht Präsident werden. 

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„Dringend notwendige Reformen“ erwarten sich Kommentatoren von Herrn Macron. Im Klartext: Die meisten Leute sollen für weniger Geld mehr arbeiten. Einige wenige sollen daran noch mehr verdienen. Stimmt schon, der FN ist dazu keine Alternative. Aber eine Selbstverarschung der Franzosen wird die Wahl von Macron doch sein. — Seuls les plus stupides veaux choisissent leur boucher eux-mêmes.

Notiz zur Zeit (84)

Seehofer bleibt. Schon wieder ein Gammelfleischskandal in Bayern.

Donnerstag, 20. April 2017

Notiz zur Zeit (83)

„Der Arbeitsplatz ist kein Ort, um Glauben zu praktizieren.“ (Anwalt der Drogeriemarktkette Müller) Aber der liebe Gott sieht doch alles!

Staatsbürger auf Widerruf

Deutsche auf Widerruf. Österreicher auf Widerruf. Sonstwasstaatsbürger auf Widerruf. Wenn es den „richtigen“ Deutschen/Österreichern/Sonstwas gefällt, diskutieren sie schon mal darüber, ob man den unechten, weil bloß (auf Grund deren freier Entscheidung und nach peinlicher Prüfung) eingebürgerten Mitbürgern das Bürgerrecht nicht lieber wieder wegnehmen sollte, weil sie sich seiner nicht würdig erweisen, wenn sie nicht dieselben Launen und Vorurteile haben wie die statistische Mehrheit und auf eigener Meinung beharren. Immer noch sind also Blut und Boden im Zweifelsfall entscheidender als juristische Fiktionen. Das nennen sie dann „Verfassungspatriotismus“, obwohl es das Gegenteil ist, weil es nicht der (ohnehin dem politischen Tagesbedarf anheimgestellte) Wortlaut der Gesetze ist, um den es ihnen geht, sondern darum, dass die Rechtsordnung ihre eigene ist und auf mythische Weise dem Nationalcharakter entspricht. „Unsere Werte.“ Die Eingebürgerten werden sich jedenfalls damit abfinden müssen, dass man Gesetze durchaus auch wieder ändern kann und ihre Rechte nur so lange gelten, wie der Souverän, das Volk, das mittels seiner Vertreter zulässt. Und dass sie zum Volk nicht gehören, wenn sie immer noch eine Herkunft haben.

Dienstag, 18. April 2017

Notiz zur Zeit (82)

„Die Türken“ haben sich mit ihrem Ja zum Präsidialsystem von Europa abgewandt? Dann haben sie sich vermutlich den USA zugewandt. Dort ist bekanntlich das Staatsoberhaupt auch zugleich Regierungschef, ernennt Richter und haut ein Dekret nach dem anderen raus. Ach, und die Todesstrafe gibt’s dort auch.

* * *

Und wenn mehr Leute für Nein als für Ja gestimmt hätten, wäre dann Erdogan nicht mehr Präsident? Hätte die AKP dann nicht mehr die Mehrheit im Parlament? Wäre Erdogan dann nicht mehr deren Chef? Würde der Ausnahmezustand dann aufgehoben? Würden dann die politischen Gefangenen freigelassen? Bekämen dann die willkürlich Entlassenen ihre Jobs wieder? Gäbe es dann plötzlich Pressefreiheit?

Montag, 17. April 2017

Notiz zur Zeit (81)

Da sieht man mal, dass heutzutage staatliche Machtmittel und ein umfangreicher Propaganda-Apparat auch nichts mehr wert sind. Nicht einmal 52 Prozent Zustimmung? Das hätte früher jeder popelige Provinzdiktator besser hinbekommen. Peinlich, Herr Präsident, peinlich.

Notiz zur Zeit (80)

Allein das Wort „Großfamilie“ jagt einem anständigen Mitteleuropäer schon kalte Schauer über den Rücken, da braucht es Zusätze wie „serbisch“ oder „arabisch“ eigentlich gar nicht mehr. (Na ja, für den rassistischen Kick vielleicht schon noch ein bisschen.)

Sonntag, 16. April 2017

Notiz zur Zeit (79)

Die Türkei, die bisher eine so wunderbare Demokratie war, in der Herr Erdogan und seine Partei bisher praktisch völlig machtlos waren, während eine vielfältige Parteienlandschaft blühte, wird durch das Verfassungsreferendum (das das politische System in etwa dem Frankreichs angleicht) womöglich über Nacht zur öden Diktatur werden. Ob dann nicht Meinungs- und Versammlungsfreiheit beschnitten werden? Ob dann nicht Menschen einfach so weggesperrt werden oder ihre Jobs verlieren? Es wird noch so weit kommen, dass Erdogan sich einen protzigen Palast bauen lässt und sich wie ein Sultan aufführt! Und weil der Präsident leider unsterblich ist und die Verfassung nie wieder geändert werden kann, hat der Ausgang des Referendums eine geradezu apokalyptische Dimension.

Notiz zur Zeit (78)

Ich finde, wer sich wie ein Nazi äußert, darf nicht nur als Nazi „abgestempelt“ werden, er hat sogar ein Recht darauf. Nazis müssen als Nazis gelten dürfen. Das hier ist ein freies Land!

Osterbotschaft

Gott glaubt an dich, ob du nun an ihn glaubst oder nicht. Er hält dir die Treue und sorgt für dich, auch wenn du nichts von ihm wissen willst. Er ist für dich da in guten und in schlechten Tagen, egal, ob du nun an ihn denkst oder nicht, dich nun um ihn kümmerst oder nicht, dein Leben an ihm ausrichtest oder nicht. Gott will dein Bestes, ob du ihn nun verstehst oder nicht. Gott weiß, was du tust und willst, und ist bereit dir alles Schlechte zu vergeben und mit dir und für dich Gutes zu bewirken, wenn du ihn nur lässt. Gottes Gnade wartet jederzeit auf dich, auch wenn du sie nicht verdient hast. Du kannst sie dir ohnehin nicht verdienen, sie ist ein Geschenk. Wende dich Gott zu und du wirst schon sehen. Gottes Liebe zu dir überwindet jedes Hindernis. Sogar deinen Unglauben. Du kannst dich auf Gott verlassen. Überlass deine Schwäche seiner Stärke, deine Feigheit seinem Mut, deine Zögerlichkeit seiner Entschlossenheit und deine Zweifel seiner Unerschütterlichkeit. Ohne Gott ist alles sinnlos, mit ihm ist nichts unmöglich. Lass dich erlösen. Das Übel in der Welt wird nicht das letzte Wort haben, denn das Endliche ist nicht das Ganze, der Tod ist nicht das Ende. Erst mit Gott ergibt alles einen Sinn. Andere haben das vor dir geglaubt: Nimm das Zeugnis der Überlieferung an und setze alles auf Gott. Wage den Glauben, die Hoffnung, die Liebe. Dann wird alles gut.

Freitag, 14. April 2017

Notiz zur Zeit (77)

Versteh einer die Kopten. Aus Angst, getötet zu werden, sagen sie Auferstehungsfeiern ab. Was sind denn das für Christen? So richtig gläubige offensichtlich nicht.

Gegen eine Verharmlosung des Christentums

Christentum muss weh tun. Nämlich den Christen und auch den Nichtchristen. Ein Christentum, das nicht weh tut, ist keines. Was nichts kostet, ist auch nichts wert, und für die Nachfolge Christi ist unbedingt das ganze Leben daranzugeben. Gelegenheits- und Teilzeitchristentum zählt einfach nicht. Der Preis ist das Ganze. Ganz oder gar nicht, das ganze Leben bis zum Tod und darüber hinaus. Wer Christ sein will, muss deswegen nicht unbedingt sterben, aber er muss dazu bereit sein. Er braucht den Tod nicht zu fürchten. Vor allem aber soll er leben, voll und ganz leben für Christus, mit Christus und in Christus. Das ist ein unerhörter Anspruch. Christentum ist nämlich keine harmlose Sache. Es ist autoritär, totalitär, revolutionär, radikal und extremistisch.
Das Christentum ist autoritär, denn was Jesus Christus sagt, gilt, jetzt und für immer. Sein Evangelium ist Richtschnur für das Denken, Reden und Handeln. Es ist unveränderlich und unfehlbar. Der Christ soll nicht mehr dies und das wollen, was ihm halt so einfällt, sondern nur noch, was Gott will. Sein ganzes Tun und Lassen soll er am Willen Gottes ausrichten und sich in allem, wirklich in allem Gott unterordnen.
Das Christentum ist totalitär, denn es betrifft alles und jeden. Es lässt keine Ausreden gelten und gestattet keine Ausnahmen. Es fordert alles und duldet keinen Widerspruch. Es gilt immer und überall, Tag und Nacht, Jahr für Jahr, lückenlos und ohne irgendeinen Freiraum. Christ ist man ganz oder gar nicht. Ein bisschen Christ sein gibt es so wenig wie ein bisschen schwanger sein.
Das Christentum ist revolutionär, denn Jesus Christus fordert zur Umkehr auf. Das heißt, dass alles anders werden muss, dass jeder Einzelne anders werden muss, nämlich frei von Sünde. Das Evangelium fordert einen neuen Menschen und erfordert darum den Tod des alten. Um Christus nachzufolgen, muss man umkehren, sich von der Sünde abwenden und Gott zuwenden. Man muss sich von den hinderlichen Bindungen an diese Welt lossagen und frei werden für das ewige Leben. Das ist die größte Umwälzung von allen.
Das Christentum ist radikal, denn es will von Grund auf einen besseren Menschen, einen, der Gutes tut und Böses lässt, und damit von Grund auf bessere Verhältnisse. Das Übel soll an der Wurzel gepackt und ausgerottet werden. Es geht nicht um äußere Formen, um so ein bisschen Frömmigkeit obenhin, sondern um ein Leben nach Gottes Wort durch und durch. Alles soll von Grund auf gut werden, jeder einzelne Mensch ein Heiliger, alle zusammen eine Gemeinschaft von Heiligen.
Das Christentum ist extremistisch, denn es gibt sich nicht mit halben Sachen zufrieden. Es verlangt nach dem ganzen Menschen, nach seinem ganzen Leben, nach seiner vollen, bedingungslosen Hingabe. Der Christ soll bis zum Äußersten gehen. Den Willen Gottes zu tun ist der Extremfall, der gemäß dem Evangelium zum Normalfall werden soll. Die herrschende Normalität, das Mittelmaß, die Lauheit, das nicht ganz böse, aber auch nicht ganz gut Sein, steht dem Christentum im Wege und muss mit allen Mitteln bekämpft werden. Kompromisse sind Komplizenschaften. Die Wahrheit gilt unbedingt. Jede Einschränkung, Abschwächung, Weglassung verrät sie an die Lüge. Es gilt, das Gute zu tun und das Böse zu lassen, alles andere ist Sünde.
Die Sünde stammt nicht von Gott. Die Sünde macht unfrei, Gott aber will die Freiheit jedes einzelnen Menschen. Die Menschen jedoch haben sich und einander zu Knechten der Sünde gemacht. Alle Schlechtigkeit der Welt erwächst aus dem Tun und Lassen der Menschen. Sie müssen ihr Tun und Lassen von Grund auf und nachhaltig ändern, damit etwas besser werden kann. Aber das vermögen sie nicht aus eigener Kraft. Sie brauchen Christus. Nur durch ihn, mit ihm und in ihm kann alles vollendet werden.
Am Ende wird alles gut. Bis dahin ist alles mehr oder minder schlecht außer Gott und das, was von Gott stammt. Nur wenn sie sich ganz Gott überlassen, können die Menschen der Sünde entkommen und in Gottes Herrlichkeit eingehen. Ohne die Gnade Gottes sind die Menschen nichts, ihr Treiben ist nichtig und böse. Die Gnade Gottes aber hilft der Schwachheit auf, sie führt zur Vergebung der Sünden und zur ewigen Seligkeit.
Christentum ist Einspruch gegen die Schlechtigkeit der Welt. Damit dieser Einspruch sinnvoll ist, muss er so vorgebracht werden, dass die Welt ihn sich nicht gefallen lassen kann. Ein Christ, der nicht von der Welt verfolgt wird, hat sich nicht entschieden genug gegen die Welt gewandt.
Christ sein heißt, der Welt eine Absage zu erteilen. Christen dürfen nicht so wie die Welt sein wollen. Sie dürfen nicht wollen, was die unter der Herrschaft der Sünde stehende Welt will. Sie müssen der Welt widersprechen. Diesen Widerspruch am eigenen Leibe zu erfahren, bedeutet zu leiden.
Darum ist Leiden nichts Schlechtes. Wer leidet, hat Anteil am Guten, das dem Bösen und dem das Böse widerspricht. Vieles ist nicht so, wie es sein sollte. Das Gute ist das, was sein soll, das Böse soll nicht sein. Trotzdem geschieht es, und dieser Widerspruch widerfährt den Menschen als Leiden. Niemand soll sich oder anderen unnötigerweise Leid zufügen. Wer kann, soll das Leid anderer und das eigene lindern und beseitigen. Leiden ist kein Selbstzweck. Es zeigt an, dass etwas nicht in Ordnung ist. Man braucht das Leiden also nicht zu suchen, aber man darf ihm auch nicht ausweichen, wenn das hieße, die Wahrheit zu verraten. Nicht jedes Leiden ist sofort oder überhaupt je verständlich und ergibt einen erkennbaren Sinn. Gleichwohl ist es, wenn es unvermeidbar ist, anzunehmen. Gottes Sohn hat für uns gelitten. Wer um Christi willen leidet, wer sein Leiden Gott aufopfert, wird Anteil haben an der Herrlichkeit dessen, der den Tod überwunden hat.
Nur der, der ganz Gott und ganz Mensch war, konnte durch seinen Tod und seine Auferstehung die Herrschaft der Sünde brechen und Gott und Menschen versöhnen. Durch sein Opfer sind die Menschen ein für alle Mal freigekauft (erlöst) von der Sünde. Das heißt nicht, dass seither niemand mehr sündigt. Auch nicht, dass niemand mehr leidet. Aber es heißt, dass die Sünde, wenn der Sünder sich von ihr ab- und dem Erlöser zuwendet, vergeben wird und dass an die Stelle der unvermeidliche Folge der Sünde, also des Todes und der ewige Qual der Gottesferne (Hölle), das ewige Leben und die Seligkeit der Schau von Gottes Herrlichkeit tritt.

Donnerstag, 13. April 2017

Bemerkung zur Pflicht zur Anerkennung selbstgewählter Identität

Wenn einer verkündet, er sei jetzt ein Baum oder eine Telefonzelle, dann muss ich ihm nicht unbedingt widersprechen, aber glauben muss ich ihm auch nicht. Schon gar nicht muss ich „seine Entscheidung respektieren“. Dabei geht's gar nicht einmal so sehr um das Konstrukt „Natur“ oder eine Entscheidung darüber, was jemand „eigentlich“ ist oder nicht ist, sondern darum, dass die Vorstellung, jeder müsse die Kategorien, denen andere ihn zuordnen müssen, selbst bestimmen dürfen, bescheuert ist. So funktioniert Gesellschaft nicht. So funktioniert Realität nicht.
Wenn X sagt, er sei in Wirklichkeit Y, dann mag das für ihn gelten (im Sinne von: irgendwie wahr sein), aber das verpflichtet mich nicht dazu, seine Überzeugung, wie ausgeprägt auch immer sie sich geben mag, zu teilen. Das wäre ja auch ein merkwürdiges Missverhältnis: Wieso sollte er ein unbedingtes Recht (zur Kategorienauswahl) und ich nur eine unbedingte Pflicht (zur Anerkennung seiner Wahl) haben? Habe ich nicht selbst auch ein Recht auf Wahrnehmung von Wirklichem und Feststellung von Wahrem? Auch dann, wenn der zur Rede stehende Gegenstand etwas Subjektives ist? Und zumal, wenn dieses Subjektive als etwas Objektives behauptet wird?
Gewiss ist es höflich und rücksichtsvoll, anderer Leute Lebensführung irgendwie hinzunehmen, sofern sie einen nicht betrifft. Daraus folgt aber nun wirklich keine Verpflichtung, alles, was jemand haben oder sein will, als legitimen Anspruch unterstützen zu müssen. Weder praktisch noch theoretisch.
Selbst wenn es ein Recht gäbe, die eigene „Identität“ frei zu wählen (was man wohl als strittig bezeichen dürfen wird), so ergibt sich daraus nicht notwendig meine Verpflichtung, diese Wahl anzuerkennen in dem Sinne, dass ich, was als Behauptung einer Wahrheit auftritt, als war bestätigen müsste. Wie jemand die Welt und sich selbst darin sieht, verpflichtet mich nicht, seine ontologischen und epistemologischen Voraussetzungen zu teilen. Im Gegenteil, wenn Kritik nicht mehr möglich sein soll, weil jede Behauptung über „eigentliche“ Wahrheit einfach hinzunehmen ist und nicht in Frage gestellt oder gar bestritten werden darf, besteht, praktisch gesehen, keinen Unterschied mehr zwischen Wahrheit und Unwahrheit.
Wenn es einen Vorteil konstruktivistischer Analyse gibt, dann doch wohl den, dass durch sie gewisse Unbedingtheiten in Frage gestellt werden können. Diskursiv hervorgebrachte Wahrheit ergibt nachweislich nur im gesellschaftlichen Kontext Sinn. Gerade darum sollte man nicht denselben Fehler wie die Verächter des Sozialkonstruktivismus machen, und aus der faktischen Konstruiertheit holterdipolter zum beliebig ausgestaltbaren Konstruieren übergehen. Ausgerechnet aus der gesellschaftlichen Bestimmtheit des Seins den unzulässigen Schluss zu ziehen, man könne jederzeit sein, was man wolle, und jeder müsse einem das bestätigen, ist essenzialistischer Infantilismus. Den lasse ich mir nicht aufnötigen, von keinem Baum und von keiner Telefonzelle.

Mittwoch, 12. April 2017

Notiz zur Zeit (76)

Die deutsche Arbeitsministerin fordert, so höre ich, anständige Löhne. Find ich gut! Zu schade, dass die Frau nicht in der Regierung sitzt.

Montag, 10. April 2017

Merkwürdigerweise glauben Leute oft, man haben sie nicht verstanden, wenn man ihnen widerspricht. Dabei widerspricht man ihnen doch, weil man sie verstanden hat.

Sonntag, 9. April 2017

Notiz zur Zeit (75)

Liebeskundgebung in Stockholm. Die Egozentrik der Leute ist offensichtlich grenzenlos. Nach einem Anschlag in ihrer Nähe trauern sie darum, dass es sie selbst hätte treffen können. Was mit Menschen anderswo passiert — oder mit Menschen, die von anderswo kommen und nicht dazugehören dürfen —, löst offensichtlich keine massenhaften Gefühle aus. Bitte nicht missverstehen, ich rechtfertige keineswegs Mord, im Gegenteil. Aber sagen wir mal so: Wenn man mich nach Usbekistan deportieren wollte, würd ich vielleicht auch sagen, dass ich mit dem IS sympathisiere.